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Artikel

Im Artikelstamm steht alles, was du verkaufst oder einkaufst – Waren ebenso wie Leistungen (etwa eine Arbeitsstunde). Ein Artikel liefert beim Erfassen einer Belegposition Bezeichnung, Maßeinheit und Preis mit.

Einen Artikel anlegen

  1. Artikel → Artikelstamm, dann neu anlegen (F9).
  2. Bezeichnung, Maßeinheit und Verkaufspreis eintragen.
  3. Speichern.

Die Artikelnummer kommt aus dem Nummernkreis, sie kann aber überschrieben werden. ERP² schlägt automatisch die erste freie Nummer ab der Startnummer des Nummernkreises vor. Lücken in der Nummernfolge – etwa durch gelöschte Artikel – werden dabei wieder aufgefüllt.

Die Reiter

Reiter Inhalt
Allgemein Nummer, Bezeichnung, Maßeinheit, Warengruppe, Hersteller, Lagerführung.
Preise Verkaufspreise, Einkaufspreis, Preisgruppen und Staffeln.
Info/Text Langtext zum Artikel, der in den Beleg übernommen werden kann. Außerdem: ein Hinweis, der beim Erfassen des Artikels im Beleg als Fenster erscheint; die Gebindemenge (siehe Positionen); die Zuschlagsart % auf Nettopreis mit Zuschlagswert (Teuerungszuschlag); das Häkchen Artikelkette – siehe Artikelkette.
Artikelmerkmale Physische Eigenschaften: Abmessungen, Gewicht, Volumen, Farbe, Verpackung – siehe unten.
Lieferanten Von wem du den Artikel beziehst, zu welcher Lieferantenartikelnummer und zu welchem Preis.
Statistik Was mit dem Artikel bisher passiert ist – Verkauf, Einkauf, Bestand. Eine Tabelle zeigt je Lager Bestand, Bestellt, Reserviert und Inventur.

Preise

Der Verkaufspreis im Artikel ist der Vorschlag. Beim Erfassen einer Position kannst du ihn überschreiben, ohne dass der Artikelstamm sich ändert.

Darüber hinaus gibt es kundenabhängige Preise: Über Optionen → Preise und die Preisgruppe des Kunden bekommt ein Kunde automatisch seinen Preis. Für abweichende Bezeichnungen beim Kunden gibt es die kundenspezifischen Bezeichnungen (Menü Artikel) – damit erscheint auf dem Beleg des Kunden dessen eigene Artikelbezeichnung.

Kundenspezifische Bezeichnungen

Unter Artikel → kundenspez. Bezeichnungen legst du für eine Kombination aus Artikel und Kunde fest, was im Beleg dieses Kunden abweichend vom Artikelstamm erscheint:

Feld Wirkung
Anzahl Vorgabemenge für diesen Kunden.
Mengeneinheit Abweichende Maßeinheit, z. B. „Std." statt „AE" für einen einzelnen Kunden. Vorbelegt mit der Einheit des Artikels.
Bezeichnung Die Artikelbezeichnung des Kunden.
Langtext Abweichender Langtext.

Staffelpreise

Ist in den Grundeinstellungen die Option Staffelpreise verwenden eingeschaltet, steht im Reiter Preise ein Bereich Staffelpreise mit bis zu fünf Zeilen ab Menge / Preis VK1. Trägst du dort etwa „ab 10 → 8,50" ein, bekommt jeder Kunde ab 10 Stück 8,50 statt des normalen VK1.

Die Staffeln sind eine Schnelleingabe für die Preisbildung: ERP² legt aus jeder Zeile beim Speichern des Artikels einen Eintrag „Staffelpreis Artikelnummer" für alle Kunden an. Änderst du die Staffeln im Artikel, werden diese Einträge ersetzt.

Staffeln nur im Artikel ändern

Bearbeite die Einträge „Staffelpreis …" nicht direkt in der Preisbildung. Beim nächsten Speichern des Artikels werden sie aus dem Reiter Preise neu geschrieben, und deine Änderung ist weg.

Preisbildung

Unter Optionen → Preise → Preisbildung stehen die Regeln, nach denen ERP² den Preis einer Position ermittelt. Jede Regel sagt: für welche Kunden, für welche Artikel, ab welcher Menge, in welchem Zeitraum – und wie der Preis berechnet wird.

Feld Bedeutung
Kunden-Basis / Wert Für wen die Regel gilt: alle Kunden, ein einzelner Kunde (Auswahl über die Kundensuche), eine Kundenklasse, eine Kunden-Preisgruppe oder – falls eingerichtet – ein Auswahl-Freifeld der Adresse.
Artikel-Basis / Wert Für welche Artikel: alle, ein einzelner Artikel (Auswahl über die Artikelsuche) oder eine Warengruppe (Auswahlliste).
ab Anzahl Mindestmenge, ab der die Regel greift. Mit Anz. ignorieren gilt sie für jede Menge.
Priorität Greifen mehrere Regeln, gewinnt die mit der kleineren Zahl (1 = höchste Priorität).
Basis, Faktor, Wert, Rabatt Die Berechnung: Basisfeld × Faktor + Wert − Rabatt %. Basis ist einer der Preise des Artikels (VK1–VK3, EKD, EKL).
Gültig von / bis Zeitraum, in dem die Regel gilt.
Bezeichnung, Info Zur eigenen Orientierung.

Beim Neuanlegen schlägt ERP² eine Priorität vor, sobald du Kunden- und Artikel-Basis gewählt hast – je genauer die Regel, desto höher die Priorität:

Kunde Artikel Vorschlag
einzelner Kunde einzelner Artikel 10
einzelner Kunde Warengruppe 20
einzelner Kunde alle 30
Kundengruppe einzelner Artikel 40
Kundengruppe Warengruppe 50
Kundengruppe alle 60
alle einzelner Artikel 70
alle Warengruppe 80
alle alle 90

Gibt es beim Speichern andere Regeln mit derselben Priorität, die sich überschneiden könnten, wird trotzdem gespeichert. Ein Hinweis listet aber die betroffenen Regeln auf – prüfe dann, welche tatsächlich gelten soll, und vergib unterschiedliche Prioritäten.

In der Liste der Preisbildung kannst du nach jeder Spalte sortieren und auch nach der ID suchen. Regeln, deren Gültigkeitszeitraum heute nicht gilt, sind ausgeblendet; mit dem Haken auch ungültig zeigst du sie an – sie erscheinen dann rot. Über Preisbildung kopieren legst du eine ähnliche Regel schnell an.

Artikelmerkmale

Im Reiter Artikelmerkmale stehen die physischen Angaben zum Artikel:

Bereich Felder
Abmessungen Länge, Breite, Höhe, Durchmesser (jeweils in mm)
Gewicht & Volumen Gewicht (kg), Volumen (m³)
Weitere Merkmale Farbe
Verpackung Verpackungsgewicht (kg), Verpackungslänge, -breite, -höhe (mm)

EAN und UPC

Trägst du eine EAN oder UPC ein, prüft ERP² sofort, ob dieser Barcode schon bei einem anderen Artikel steht. Ist das der Fall, erscheint oben eine Warnung mit Artikelnummer und Bezeichnung des Treffers.

Die Warnung blockiert nicht – du kannst trotzdem speichern. Sie ist als Dublettenschutz gedacht: In aller Regel bedeutet ein doppelter Barcode, dass derselbe Artikel ein zweites Mal angelegt wurde. Prüfe den genannten Artikel, bevor du weiterarbeitest.

Lagerführung

Ein Artikel kann lagergeführt sein oder nicht. Nur lagergeführte Artikel haben Bestände, tauchen in der Inventur auf und werden bei Lieferschein und Wareneingang gebucht. Eine Arbeitsstunde führst du sinnvollerweise ohne Lagerführung.

Weitere Funktionen

  • Artikel kopieren – legt einen neuen Artikel mit denselben Daten an. Der schnellste Weg für Artikelvarianten.
  • Allg. Artikel (Vorlage) – Kennzeichen im Reiter Allgemein. Ein solcher allgemeiner Artikel (etwa „Diverses Zubehör") wird im Beleg mit eigener Bezeichnung und eigenem Preis erfasst. Klickst du eine solche Position im Beleg mit der rechten Maustaste an, legt als Artikel in Artikelstamm übernehmen daraus einen neuen Artikel an: mit allen Daten der Vorlage, aber mit Bezeichnung, Langtext, Einkaufs- und Verkaufspreis aus der Position und einer neuen Nummer aus dem Nummernkreis. Der neue Artikel öffnet sich in einem eigenen Tab; die Position im Beleg bleibt unverändert.
  • Etikett drucken – druckt ein Artikeletikett.
  • Artikel löschen – nur möglich, solange der Artikel in keinem Beleg verwendet wird.

Ordnung im Artikelstamm

Über das Menü Artikel pflegst du außerdem:

Menüpunkt Wozu
Warengruppen Gliederung des Sortiments; Grundlage vieler Reports.
Hersteller Wer den Artikel herstellt.
Artikel-Lieferanten Bezugsquellen mit Preisen, Grundlage des Bestellvorschlags.
Stücklisten und Artikelketten Siehe Stücklisten und Artikelketten.

Warengruppen mit Untergruppen

Eine Warengruppe kann selbst wieder Untergruppen enthalten, beliebig tief gestaffelt. Normalerweise zeigt ein Filter auf eine Warengruppe – in der Artikelliste ebenso wie im Fenster Artikel hinzufügen eines Belegs – nur die Artikel, die genau dieser Gruppe zugeordnet sind, nicht die ihrer Untergruppen.

Über Optionen → Grundeinstellungen → Artikel aus Unter-Warengruppen anzeigen lässt sich das umschalten: Ist die Option aktiv, liefert die Auswahl einer Warengruppe auch die Artikel aller ihrer Untergruppen mit.

Wenn etwas nicht klappt

Der Artikel lässt sich nicht löschen

Er wird noch in einem Beleg verwendet. Ein Löschen würde alte Belege zerstören. Nimm den Artikel stattdessen aus dem Verkauf, indem du ihn kennzeichnest oder in eine Warengruppe „Auslauf" verschiebst.

Im Beleg erscheint ein anderer Preis als im Artikel

Dann greift ein kundenabhängiger Preis oder eine Staffel. Prüfe die Preisgruppe des Kunden.